Zur Bildung eines regionalen Netzwerks in der Bioenergie-Region Hersfeld-Rotenburg/Schwalm-Eder trafen sich 150 Personen aus Politik, Verwaltung, Unternehmen, Vereinen und interessierte Privatpersonen im Bürgerhaus von Knüllwald-Remsfeld. Dr. Martin Viessmann, Präsident der Industrie- und Handelskammer Kassel, erläuterte in seinem Vortrag die aktuelle Klimasituation und stellte ein nachhaltiges Konzept für Ressourceneffizienz, Klimaschutz und Standortsicherung vor. „Durch den effizienten Umgang mit Energie und den Einsatz von erneuerbaren Energien lassen sich 40 % der fossilen Energien einsparen und erzielen eine Minderung des CO2-Ausstoßes um 30 %“; erklärte Dr. Viessmann.
Der Leiter der Landesbetriebes Hessen-Forst, Michael Gerst, zeigte Möglichkeiten der Bioenergiegewinnung aus der Sicht der Forstwirtschaft auf. Gerst betonte die Bedeutung von Waldholz zur Energiegewinnung, denn es befinden sich knapp 13 % des hessischen Waldanteils in der Bioenergie-Region Hersfeld-Rotenburg/Schwalm-Eder.
Andreas Sandhäger, Direktor des Landesbetriebes Landwirtschaft, referierte über die Bioenergiegewinnung aus Sicht der Landwirtschaft. „Bioenergie ist innovativ, wachstums- und zukunftsorientiert“, so Sandhäger, „sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung ländlicher Räume.“
Der Wettbewerb „Bioenergie-Regionen“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums wurde von Daniela Rätz von der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe vorgestellt. Sie hob die Bedeutung des Beitrags der 25 ausgewählten Bioenergie-Regionen, zu denen auch die Landkreise Schwalm-Eder und Hersfeld-Rotenburg gehören, zur Erreichung der Klimaschutzziele Deutschlands hervor. Außerdem entstünden dadurch Vorbildregionen mit Ausstrahlung auf ganz Deutschland.
Dr. Brigitte Buhse vom Zweckverband Knüllgebiet informierte abschließend über Ziele, geplante Maßnahmen und Möglichkeiten der Beteiligung am Netzwerk der Bioenergie-Region. Buhse erklärte, dass zu drei Themenschwerpunkten Arbeitsgruppen gebildet werden, in denen jeder Interessierte mitarbeiten kann. Themenschwerpunkte sind der Bildungs- und Informationsbereich, die Finanzierung von Biomasseanlagen und die Produktion, Bereitstellung und Anwendung von Biomasse.
Die Landkreise Hersfeld-Rotenburg und Schwalm-Eder wollen den Einsatz von regionaler Biomasse zur Energiegewinnung intensivieren und damit die regionale Wertschöpfung verbessern. Unter dem Motto „100 regionale Schritte zum globalen Klimaschutz“ ist es Ziel, in den Städten und Gemeinden der beiden Landkreise Wärme und Strom in kleinen dezentralen Holzfeuerungs- und Biogasanlagen zu erzeugen und dafür Biomasse aus der heimischen Land- und Forstwirtschaft zu verwenden.
Dr. Martin Viessmann - Effizienz Plus
Michael Gerst - Bioenergiegewinnung aus Sicht der Forstwirtschaft
Andreas Sandhäger - Bioenergiegewinnung aus Sicht der Landwirtschaft
Dr. Brigitte Buhse - Bioenergie-Region Hersfeld-Rotenburg/Schwalm-Eder